OMAS GEGEN RECHTS DEUTSCHLAND-BÜNDNIS

Offener Brief zu Brandmauer einreißen

Offener Brief zum Artikel „CDU Fritzlar gegen Brandmauer“ aus der HNA vom 28.09.2026

Sehr geehrter Herr Theiß, sehr geehrte Damen und Herren der CDU Fraktion im hessischen
Landtag, sehr geehrte Damen und Herren der CDU Fraktion im Bundestag,
mein Name ist Regina Homburg und ich schreibe ihnen im Namen der OMAS GEGEN RECHTS
Kassel.
Wir sind bestürzt darüber, dass der Stadtverband Fritzlar dafür wirbt die Brandmauer
einzureißen, ja sogar die Möglichkeit einer Minderheitsregierung in Betracht zieht.
Bei der AfD handelt es sich um eine gesichert rechtsextreme Partei mit zumindest starken
Tendenzen, die demokratische Grundordnung abzuschaffen. Die Gesellschaft für
Freiheitsrechte hat in ihrem Gutachten nachgewiesen, dass die AfD verfassungswidrig ist und
ein Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht gute Erfolgsaussichten hätte.
Inzwischen unterstützen über 1000 Juristen dieses Gutachten!
Uns ist bewusst, das ein Verbot dieser Partei nicht ausreicht.
Neben einem erfolgreichen Parteiverbotsverfahren hätten die demokratischen Parteien aber Zeit
sich mit den wirklichen Problemen im Land zu beschäftigen und Lösungen zu finden. Dann ließe
sich die Mehrheit der AfD Wähler zurückgewinnen.
Zur Zeit sieht es jedoch so aus, dass gerade die CDU/CSU versucht Wähler (zurück) zu gewinnen
indem sie Narrative der AfD übernimmt. Es gibt vermehrt Abschiebungen, oft gut integrierter
Menschen, die hier in Berufen arbeiten wo dringend Mitarbeiter gesucht werden. Zeitgleich
werden Menschen z.B. in Indien angeworben, um hier im Gesundheitswesen zu arbeiten. Auch
das sind Menschen, die ohne wirtschaftliche Not nicht nach Deutschland kommen würden.
Die AfD ist eine Partei, die man inhaltlich nicht stellen kann, sie spielt mit der Angst der
Menschen. Fakten sind ihr einerlei und sie kennt nur Hass und Hetze.
Im Falle einer Minderheitsregierung machen sie sich von der AfD abhängig und legitimieren
diese rechtsextreme Partei.
Die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben uns eine wehrhafte Demokratie gegeben, damit
sich 1933 niemals wiederholt.
In einer Debatte des Jahres 1946 über die Hessische Verfassung heißt es u.a.:
„Toleranz nur demjenigen, der sie jederzeit gewähren will. Freiheit nur demjenigen, der auf ihrem
Boden steht und der sie nicht nur vorläufig benutzt, um dann, wenn er mit seiner Auffassung
eine Mehrheit erreicht hat, der allgemeinen Freiheit ein Ende zu machen.“
Anstelle des Einreißens der Brandmauer, fordern wir sie daher auf ein Verbotsverfahren gegen
die AfD anzustreben, bevor diese Partei mit ihrer Auffassung eine Mehrheit erreicht hat.
Das würde wirklich Glaubwürdigkeit schaffen für eine demokratische Partei wie es die CDU
(noch) ist.
Mit freundlichen Grüßen
Regina Homburg im Namen der OMA GEGEN RECHTS Kassel

Verneigung vor Elisabeth Selbert

Am Dienstag, den 22.09.2026 ab 17:00 Uhr werden die OMAS GEGEN RECHTS
Kassel
mit einem kleinen Festakt am Elisabeth-Selbert-Denkmal den 130.
Geburtstag der großen Politikerin begehen.

Elisabeth Selbert wurde am 22. September 1896 in Kassel geboren. Als
Politikerin und SPD-Abgeordnete war sie eine der vier „Mütter des
Grundgesetzes“. Daneben verdanken wir es ihr, dass die
Gleichberechtigung auch Teil des Grundgesetzes wurde.
Nach einer Rede werden die OMAS GEGEN RECHTS Elisabeth Selbert mit einer
Demokratie-Schärpe schmücken und einen Blumenstrauß hinterlegen. Den
musikalischen Rahmen bilden zwei von der Kasseler Trompeterin Amelie
Gatzke und ihrer Schülerin vorgetragene, dem Anlass entsprechende
Musikstücke.

Dr. Barbara Leucht – die, die in unseren Herzen lebt

Danke. Das habt ihr richtig gut gemacht, würde Barbara vielleicht sagen.

Aber in Wirklichkeit hat auch heute vor allem sie es gut gemacht.

Wir haben zusammen Abschied genommen von Dr. Barbara Leucht, und das war auch ein Anfang.

Die OMAS GEGEN RECHTS bedanken sich bei der Familie, Freundinnen und Freunden und überhaupt allen, die dabei waren, dass ihr uns „in euer Herz gelassen“ habt.

Wir haben nicht nur geweint – wir haben auch heute zusammen gelacht. „Auch Hunde? Ja, auch Hunde!“

„Das kann man vielleicht noch gebrauchen“, – Maja, die hier schreibt, hat sich natürlich ertappt gefühlt. Wir haben alles sicherheitshalber aufgehoben.

Danke für die Bilder aus dem Leben, für die vielen bewegenden Worte, für die Geschichten. Die Amsel hat den ganzen Raum gefüllt. Danke Hannah für die Lieder und das Märchen am Grab! Barbara war da ganz lebendig für uns alle. Das nehmen wir mit. Es waren auch Menschen dabei, die gar nicht dabei sein konnten – Uwe Bunkenburg und Gerhard Gundermann, um nur zwei zu nennen. Danke an die Söhne, die uns so nah rangelassen haben und die OMA-Weste mit zum Grab getragen haben.

Barbara hatte für uns alle Geschenke gekauft, vorsorglich, wie wir das in der DDR so machten, Weihnachten und Geburtstage sind immer zu früh. Liane hat sie liebevoll verpackt, jedes Buch bekam das passende Geschenkpapier., wir haben sie mitgenommen. Danke Barbara für das schöne Buch! Meines ist wunderbar: Es sind Märchen für Kinder und Erwachsene.

Barbara ist nicht weg, sie ist nur anderswo und bei uns.

Hannah hatte noch eine gute Idee: Irgendwann gehen wir alle zusammen ins Kino!

Ja, das machen wir.

Immer wieder samstags…

Immer wieder samstags …
…stehen zwei OMAS GEGEN RECHTS in der Kasseler Innenstadt, weil wir nicht tatenlos zusehen können, wie sich die Geschichte wiederholt.

Die gesichert rechtsextreme afd muss verboten werden. Wann kommt endlich das Prüfverfahren?
(Fotos: privat)

Barbara Leucht ist unterwegs – eine notwendige persönliche Würdigung

Barbara Leucht – eine OMA GEGEN RECHTS

Mascha Kaleko hat ein Gedicht geschrieben, das ich sehr liebe. Es heißt „Memento“ und ich werde es unten zitieren.

Gestern schrieb uns einer der Söhne von Barbara: Ihr Lieben, Barbara ist heute Abend gegen 20.30 losgezogen. Wir waren bei ihr und haben mit ihr geweint und ihr die besten Grüße an alle mitgegeben, die auf der anderen Seite auf sie warten.

Barbara habe ich 2018 bei den OMAS GEGEN RECHTS kennengelernt. Seither war sie immer an meiner Seite. Ohne sie hätte ich oft aufgegeben. Wir gehörten zu den wenigen OMAS, die aus der DDR kamen – Generation der Nachkriegskinder und „Auferstanden aus Ruinen“. Die DDR war unser Land, das wir gern besser gehabt hätten, aber verschwinden sollte es nicht. Barbara und ich waren nicht immer, aber fast immer, einer Meinung. Das hat gut getan. Sie hat viel dafür getan, dass ich mich niemals allein gefühlt habe. Mal mit einer SMS, mal mit einem langen Telefonat. Sie war immer bescheiden – nie laut. Sie stellte sich an die Seite, nicht in die Mitte. Aber sie sah viel. Sie liebte die Menschen. Barbara war Kinderärztin. Wir hatten viel zu wenig Zeit für einander. Barbara kümmerte sich um kranke Menschen, aus der Familie, Freundinnen und auch um solche, die einfach nur allein waren und sie brauchten. Ich arbeitete noch. Wir telefonierten oft und lange. Bei ihr konnte ich mich fallen lassen. Sie stand mir bei allen schmerzhaften Trennungen der OMA-Gruppen – und es gab einige – zur Seite. Sie war auch da, als die Angriffe von rechts kamen. Sie war einfach immer da. Auch als sie schon lange im Krankenhaus lag und gegen den Krebs kämpfte.

Wir kannten uns schon einige Jahre, als wir zufällig darauf kamen, dass es zwischen uns auch noch eine andere Verbindung gab als die OMAS GEGEN RECHTS. Unsere Gruppe OMAS GEGEN RECHTS Berlin / Deutschland-Bündnis unterstützt seit vielen Jahren den Jugendklub „Jup e.V.“ in der Florastraße. Zu diesem Klub hatten wir beide eine Verbindung – mein Freund Uwe Bunkenburg war auch ein Freund ihrer Schweigertochter und ihres Sohnes. Liane gehörte zu denen, denen die Existenz des JUP zu verdanken ist. Mit Uwe lief ich barfuß durch die Florastraße, aber das ist eine andere Geschichte.

Auf den Plena unserer Gruppe gibt es eine Frage, die jede am Anfang beantworten soll: Wie geht es Dir? Barbara sprach immer über Menschen, um die sie sich kümmerte, nie über sich. Sie machte jeder einzelnen OMA von uns Mut. Sie war meinungsstark, aber sie stritt nie, sie blieb immer freundlich. Ihre Freundlichkeit, ihre Herzlichkeit und ihre Zugewandtheit zu allen – ich wünschte, die könnten wir verteilen. An die Bäume heften als Nachrichten und in die Briefkästen stecken zur Ermutigung.

Ich nehme Barbara mit, wohin ich auch gehe. Das bleibt. Nie werde ich durch die Schönholzer Heide und durch das Ehrenmal gehen können, ohne an sie zu denken. Es wird keine Kundgebung geben, bei der ich sie nicht hinter mir fühle. Und auch, wenn es mir schlecht geht, bleibt sie ein Beispiel für mich. Ihr monatelanger Kampf gegen die Krankheit war einer voller Mut.

Barbare war im Krankenhaus und in ihrem Kampf nicht allein. Es gab eine Besuchsliste und täglich waren Familie und Freunde und Freundinnen um sie herum. Sie erzählte mir, wie dankbar sie war, dass jetzt ihre Söhne für sie eintraten, wenn ihr selbst die Kraft mal fehlte. Sie kämpfte um Rehabilitation, um Selbständigkeit, um zu Hause sein zu können. Sie ist gestern zu Hause gestorben. Sie ist aber nicht weg. Sie ist anderswo – aber auch bei uns. Bei allen Menschen, die sie geliebt hatten.

Wir OMAS werden sie in unserer Gruppe nicht löschen. Sie gehört zu uns. Wir nehmen sie mit, wohin wir auch gehen.

Maja Wiens

 

Mascha Kaléko

Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
– Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

 

DEMO Gegen Rassismus – Alexanderplatz
Barbara Leucht – OMA GEGEN RECHTS

Geplante Kürzung der Eingliederungshilfen: ORG Reutlingen informieren zusammen mit dem Bündnis für Menschenrechte, Lebenshilfe, Diakonie, etc.

 

Wir Reutlinger Omas gegen Rechts werden am Freitag, 17.Juli 2026 von 16-18 Uhr auf dem Reutlinger Marktplatz sein. Wir werden zusammen mit dem Bündnis fürMenschenrechte, Bruderhausdiakonie, Lebenshilfe, Elternbeirat, und weiteren Gruppen Informationen und Aktionen von Menschen, die betroffen sind, sowie von allen Mitmenschen, die wisssen, dass wir alle jederzeit ebenso auf Hilfe angewiesen sein können mit Passanten teilen.